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Sommerfest in Zitzmin

"Die Herzen schlagen für Pommern"

So betitelte die Mecklenburgische-Pommersche Kirchenzeitung vom 24. August einen Bericht über das traditionelle evangelische Sommerfest in Zitzmin bei Köslin. Einst war ich Schriftführerin und dann Stellvertretende Vorsitzende im Pommernkonvent, jetzt bin ich Schatzmeisterin und Stellvertretende Vorsitzende im "Helferbund Rita von Gaudecker" und fuhr deswegen auch dies Jahr zum Sommerfest. Das ergibt durchaus Sinn, denn mehr und mehr ist das Sommerfest aus der Obhut und Regie vom Pommernkonvent in die des Helferbundes übergegangen.

Der Chor der Stettiner Minderheit

der Chor der Stettiner Minderheit studiert alle Jahre wieder ein buntes Programm zur Unterhaltung der Gäste ein .

Immer noch ist es ein partnerschaftliches Fest, bei dem fast alle Beteiligten mithelfen: Beim Aufbau der Tische und Stühle mit den Dekorationen, bei denen diesmal Rosen und Herzen - passend zum Thema Liebe - dominierten, bei der Vorbereitung des kalten Buffets (immer ist es die große Frage: Werden die Besucher genug von allem mitbringen?) mit Brote schmieren, beim Erfassen aller Teilnehmer im großen Gästebuch bis zu den Darbietungen. Obwohl diesmal keine Teilnehmer von einem Seminar des Pommernkonvents die Reihen auffüllten, waren es mit gut 125 Teilnehmern eher ein paar mehr als in den letzten Jahren, die aus Stettin, Stolp und den südlichen Gemeinden angereist waren. Schwester Iza von der Kösliner Diakoniestation war unermüdlich, im Pendelverkehr Leute vom Kösliner Busbahnhof herbeizubringen, das sparte den früheren Charterbus, so daß wir nur den aus Stolp und Stettin bezahlen mußten. Ein besonderes Lob gilt Adalhild Karp aus Anklam, die zunächst Oberregie in der Küche führte, dann ein abwechslungsreiches Programm für die Enkelkinder mit Gewinnerles durchführte. Sie ist ja Profi, einst Kindergärtnerin, jetzt noch Kindergottesdiensthelferin. Ein paar individuell aus Deutschland angereiste Teilnehmer und eine Gruppe aus Zirchow/Usedom mit ihrem Pastor Schulze vervollständigten das Bild, außerdem waren etliche Gemeindeglieder aus den polnischsprachigen Gemeinden in Köslin und Stolp gekommen.

Pastor Makula aus Stolp hielt die Morgenandacht und legte das Thema "Liebe" im biblischen Sinne aus. Jeder Gast hatte eine Mappe mit vielen Beiträgen zum Thema erhalten, so daß das Singen kein Problem war. Dabei erfreute ganz besonders die Singegruppe der deutschen Minderheit aus Stettin in ihrer phantasievollen Kleidung durch gesungene Darbietungen und einzeln gesprochene Texte, auch weltlichen Charakters. Die Stolper Frauen mit Lottchen, Christa und Lieselotte fühlten sich so animiert, daß sie ebenfalls zum Mikrofon schritten, gefolgt von einigen Frauen aus Pollnow. Im Gespräch wurden viele Bekanntschaften erneuert, und die in der starken Vereinzelung lebenden Menschen konnten mal wieder unter "ihresgleichen" einen schönen Sommertag genießen. Dabei dachte man mit Wehmut an manche, die früher noch dabei gewesen waren ....

Pastor Makula

Pastor Makula aus Stolp hielt die Morgenandacht


Den Abschluß bildete eine Abendandacht auf dem Friedhof von Zitzmin, die Pastor Haerter aus Zinnowitz/Usedom hielt. Dabei dankte er auch für den unermüdlichen Einsatz der Familie Pollex bei der Durchführung der Sommerfeste auf ihrem ererbten Bauernhof. Der Text soll in einer der nächsten Ausgaben der Heimatkirche publiziert werden.

Unsere Gasgeber vor dem Grab ihrer Eltern

Abendandacht auf dem Friedhof von Zitzmin


Jetzt denkt Dr. Rita Scheller - als Vorsitzende im Pommernkonvent und im Helferbund Rita von Gaudecker - schon wieder an das kommende Sommerfest. Geplant ist Samstag, der 24. Juli 2004. Wiederum beriet uns die Stettiner Singegruppe bei der Auswahl des Mottos: "Pommern vor 100 Jahren" mit Kostümen und Liedern aus der Kaiserzeit. Dies Motto paßt auch gut zu dem Psalmwort: "Was wir hörten und erfuhren, was uns die Väter erzählten, das wollen wir vor unseren Kindern nicht verbergen!" Über hundertjährige Gäste sind nicht zu erwarten, aber wir hatten noch "Väter" und "Mütter" die uns von damals erzählen konnten und diesen Schatz wollen wir weitergeben, als erlebte Geschichte!

Brigitte Schmidt

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