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Diakoniestation Köslin / Koszalin (Polen) 2002 -2012

Als Pastor Staszczak 1997 nach Köslin kam, musste er bei Null anfangen: Er wohnte in einem möblierten Zimmer, die deutschen Gottesdienste fanden bei den Pfingstlern statt, die polnischen bei den Baptisten, die Bibelstunden bei dem deutschen Verein ... 1999 wurde die Gertraudenkapelle an die evangelische Gemeinde rückübereignet, eine eigene Mietwohnung hatte sich auch schon gefunden.

Plötzlich bekam der Helferbund Rita v. Gaudecker eine größere Erbschaft, die er als Stiftung anlegte. Die Mitglieder beschlossen, die Zinsen dort auszugeben, wo bis 1945 das Hauptarbeitsgebiet des Helferbundes gewesen war, nämlich in Hinterpommern, speziell als Anschubfinanzierung für eine Dauer von zehn Jahren für eine neue Diakoniestation in Köslin. Mit finanzieller Unterstützung des Pommernkonvents und des Helferbundes erwarb die Gemeinde ein Einfamilienhaus in der Graudenzerstraße in Köslin. Zugleich wurde ein Vertrag abgeschlossen, in dem sich die Stiftung am 02.02.2002 für die Dauer von zehn Jahren verpflichtete, für die Kosten von Haus, Auto und Diakonieschwester aufzukommen. Auch die Diakonieschwester wohnte im Hause, in dem fortan alle Veranstaltungen stattfanden, die mit der Gemeinde zusammenhingen, wie Bibelstunden, Religionsunterricht, Schulaufgabenhilfe, Kleiderkammer, dazu Sitzungen – nicht zuletzt die des Bauausschusses. 2008 konnte die Gemeinde inklusive der Diakoniestation in das neue Gemeindezentrum umziehen.


Schwester IZA auf Hausbesuch

Schwester Iza auf Hausbesuch, um 2003.


Nicht alle Wünsche, die die Stiftung an die Diakoniestation hatte, konnten in die Tat umgesetzt werden, anfängliche Aktivitäten gingen sogar zurück, doch eine Forderung hat sie erfüllt: Sie fand einen potenten Nachfolger im Pommerschen Diakonieverein e.V. mit Sitz in Züssow, der sich bereiterklärt hat, in die Nachfolge der Stiftung einzutreten. Wenn die Pommersche Evangelische Kirche zu Pfingsten 2012 in der Nordkirche aufgehen wird, dann bringt sie als besonderes pommersches Erbteil die Unterstützung der Kösliner Diakoniestation ein und wird auch das Gehalt der Diakonieschwester übernehmen. Darüber ist die Stiftung sehr dankbar, daß sie keine Brache hinterlässt, sondern dass die Arbeit - vielleicht sogar kompetenter und professioneller – fortgeführt werden wird.

Der Stiftungsvorstand besteht aus alten Damen ohne Amt und Würden, dem die Fahrten nach Köslin und die binationalen Sitzungen immer schwerer fielen. Er zieht sich darum weitgehend aus der Ursprungsregion des Helferbundes zurück und übernimmt dafür Aufgaben in Hannover, die die ursprünglichen Aufgaben des Helferbundes gewesen waren. Im vergangenen Jahr hat er eine Zusammenarbeit mit dem evangelischen Stephanstift begonnen, um Schulkinder, die Probleme haben, zu lebenstüchtigen Menschen zu formen. Das Stephanstift können wir am Nachmittag mit der Straßenbahn erreichen; es weiß auch, wie Anträge geschrieben werden müssen, die der Stiftungsaufsicht genügen.

Gespräch in der Muttersprache

Ein Gespräch in der Muttersprache ist stets willkommen.


Keine Angst, wir lassen die letzten alten deutschen Frauen zwischen Stettin und Lauenburg nicht im Stich und werden weiterhin individuelle Zuschüsse in den - doch recht häufigen – Notfällen gewähren: Zum Kauf von Medikamenten, Brillen, dritten Zähnen, Fahrtkosten zu Rehas und zu kirchlichen Veranstaltungen. Ferner sind wir bereit, den drei Pastoren in Stettin, Köslin und Stolp auf gezielte Anträge hin Zuschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit zu geben, soweit unsere Mittel bei den niedriger werdenden Zinsen das zulassen. Im Sommer 2011 gestalteten wir sieben Seniorennachmittage, besuchten sechs Gottesdienste und machten über vierzig Krankenbesuche. Das wollen wir auch in den kommenden Jahren tun, weil uns der persönliche Kontakt wichtig ist.

das neue Telefon

Ein neues Telefon sorgt auf dem Lande für Verbindung zu alten Freunden und Familie.


Den feierlichen Abschluss für den Abschluss der offiziellen Zusammenarbeit bildete die feierliche Stabsübergabe am 02.12.2011 an den Pommerschen Diakonie Verein Züssow e. V. am 02.12.2011. Wir wünschen den neuen Partnern eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen in Köslin.



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