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geb. 23. Nov. 1909 in Hamburg, gest. am 14. April 2000 in Hamburg
Ruth Nottebohrn war seit ihrer Kindheit mit dem "Helferbund Rita von Gaudecker" verbunden. Damals hieß der Verein "Wir wollen helfen". Die Hamburger Gruppe wurde in den 20er Jahren geleitet von Hillegonda Nottebohm, einer Cousine von Ruth Nottebohm. Ruth übernahm von ihrer Cousine die Leitung der Hamburger Gruppe, die sie bis zum Krieg führte. Regelmäßig einmal in der Woche versammelten sich die Helfer, damals viele Jugendliche, im Elternhaus von Ruth Nottebohm. Unter ihrer und der Leitung der älteren Mitglieder wurde genäht und gebastelt. Dies geschah besonders in der Vorweihnachtszeit für die Pakete, die nach Pommern gingen - nach Deep, in das Landkinderheim, in das Offizierskinderheim und das Haus Jugendhilfe.
Vor Weihnachten gab es einen Helfertag. Es gab Aufführungen, musikalische Darbietungen und meist auch einen Basar. Im Elternhaus von Ruth Nottebohm kamen am Abend die älteren Helfer zusammen und die Einnahmen wurden gezählt. Mehrfach war Tante Rita dabei. Wie sehr freute sie sich über den Erfolg, um Weihnachtsfreude zu bereiten in den Kinderheimen und in der "stillen Hilfe" für verschämte Arme. Dieses Leben in der Hamburger Helfergruppe wurde im wesentlichen von Ruth Nottebohm mit großem Einsatz gestaltet. Sie war befreundet mit Tante Rita, war in Deep gewesen, später hat sie Tante Rita nach dem Krieg mehrfach in Allmendingen besucht.
Im und nach dem Krieg hatte Ruth Nottebohm eine berufliche Tätigkeit ausgeübt. Die Leitung der Hamburger Gruppe übernahm Frau Andreae. Sehr schnell nach dem Krieg wurden Pakete für die Ostzone gepackt. Diese Aktion wurde von Ruth Nottebohm in großem Maße ausgeweitet. Bis zur Wiedervereinigung gingen unendlich viele Pakete, gefüllt mit Kleidung, Medikamenten und Lebensmitteln, an bedürftige Familien. Viele Briefe gingen hin und her. Das ganze Jahr über sammelte und kaufte Ruth Nottebohm Dinge für die unzähligen Pakete, die in der Vorweihnachtszeit verschickt wurden. Es war ein großer Einsatz und viele Menschen im Osten werden dankbar ihrer gedenken. Sie hat ihre Aufgabe mit großer Wärme und unter Einsatz ihrer Kräfte erfüllt.
Ruth Nottebohm war ein aufgeschlossener, für Kunst, Musik, Literatur interessierter Mensch. Sie machte große Reisen in alle Welt als Ausgleich für den Einsatz, um den auf der Schattenseite des Lebens lebenden Menschen zu helfen. Sie war ein anerkannter und beliebter Mittelpunkt in der eigenen großen Familie, die sie am zweiten Weihnachtstag jeden Jahres um sich versammelte. Ihr großer Freundeskreis und die vielen Patenkinder gehörten zu ihrem Leben. Voller Dankbarkeit werden sehr viele Menschen Ruth Nottebohm in Erinnerung behalten.
Linda Framheim geb. Nottebohm